Warum selbst noch grübeln, wenn ChatGPT & Co. in Sekunden liefern, wofür wir früher Stunden brauchten? Immer öfter lassen wir Künstliche Intelligenz (KI) für uns denken und arbeiten – sie schreibt Texte, formuliert Verträge, entwirft ganze Konzepte. Doch was bedeutet das für uns Menschen? Verlieren wir mit jeder ausgelagerten Aufgabe ein Stück unserer geistigen Eigenständigkeit – unserer Urteilskraft und Kreativität? Oder stehen wir am Beginn einer neuen Ära des Denkens, in der Mensch und Maschine zu einer symbiotischen Einheit verschmelzen?
Antwort hierauf gibt Dr. rer. nat. Patrick Krauss ist Physiker, Neurowissenschaftler und Kognitionsforscher auf den 70. BetonTagen in Ulm. Er forscht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an der Schnittstelle von Gehirn und Technologie – insbesondere dazu, wie KI unser Denken, Lernen und unsere Sprache verändert. In seinem interdisziplinären Vortrag verbindet er neueste Erkenntnisse der Hirnforschung mit den rasanten Entwicklungen im KI-Bereich. Der Experte spricht über den schmalen Grat zwischen kluger Arbeitsteilung und geistiger Selbstentmündigung und erklärt, was beim Auslagern geistiger Arbeit tatsächlich in unserem Gehirn passiert und welche Fähigkeiten uns auch in einer KI-dominierten Zukunft unbedingt erhalten bleiben müssen.

