Betonfertigteilindustrie 2025 mit leichten ZuwächsenPressestatement von Dr. Ulrich Lotz

SPERRFRIST: 10. März 2026, 16.00 Uhr

Betonfertigteilindustrie 2025 mit leichten Zuwächsen
Branche blickt vorsichtig auf das aktuelle Jahr

Die Unternehmen der deutschen Betonfertigteilindustrie haben sich im Jahr 2025 in einem weiterhin angespannten Marktumfeld behauptet. Nach den deutlichen Rückgängen der Vorjahre stieg der Umsatz um rund 2 Prozent auf 6,8 Mrd. Euro, so die Schätzungen der Branchenexperten. Für das laufende Jahr wird eine Stagnation auf diesem Niveau erwartet.

Uneinheitliche Entwicklung in den Produktbereichen

Die amtliche Statistik für die Produktion von Betonerzeugnissen für das Gesamtjahr 2025 liegt zwar noch nicht vor, die Umsatzentwicklung der einzelnen Segmente vom 1. – 3. Quartal 2025 bestätigt jedoch die Entwicklung. Der Umsatz der Branche in diesem Zeitraum verzeichnete insgesamt Zuwächse um 2 Prozent. Die einzelnen Produktsegmente entwickelten sich dabei differenziert:

Großformatige Wandbauteile und Decken

Dieses stark vom Wohnungsbau abhängige Segment blieb auch im Jahr 2025 unter Druck. So ging die Produktion von großformatigen Wandtafeln um 14 Prozent zurück, der Umsatz sank um 3 Prozent. Die Hersteller von großformatigen Deckentafeln verzeichneten Produktionsrückgänge um 3 Prozent, ihr Umsatz stieg dagegen um 6 Prozent. Bei den herstellenden Unternehmen von Mauersteinen und -blöcken stieg der Umsatz um 5 Prozent, die Produktionsmenge blieb allerdings stabil.

Konstruktive Betonfertigteile

Die Produktion von Betonprodukten für den Gewerbe- und Industriebau wie Balken, Stützen und Binder blieb mit + 1 Prozent, nahezu stabil. Der Umsatz stieg dabei um 3 Prozent.

Betonpflastersteine

Der Bereich Betonerzeugnisse für den Straßen-, Landschafts- und Gartenbau wie Pflastersteine und Gehwegplatten verzeichnete einen leichten Zuwachs
von 1 Prozent, sowohl in der Menge als auch beim Umsatz, und blieb damit vergleichsweise stabil. Während die schwache Neubautätigkeit belastete, sorgten kommunale Projekte für eine gewisse Grundauslastung.

Rohre und Schächte

Auch im Rohrsegment zeigte sich eine etwas robustere Entwicklung als im Hochbau. Die Hersteller profitierten größtenteils von Investitionen in die kommunale Infrastruktur und die Wasserwirtschaft. Dennoch blieb das Wachstum mit einem Umsatzplus von 3 Prozent begrenzt, da viele öffentliche Auftraggeber ihre Investitionen nur vorsichtig ausweiteten.

Ausblick 2026: Stagnation mit strukturellen Chancen

Die Stabilisierung im Jahr 2025 wird von der Betonfertigteilindustrie als wichtiger Zwischenschritt bewertet. Die Unternehmen berichten überwiegend von einer Bodenbildung auf niedrigem Niveau, jedoch noch nicht von einer durchgreifenden Trendwende. Für das Jahr 2026 rechnet die Branche mit einer Umsatzstagnation. Eine schnelle konjunkturelle Erholung im Wohnungsbau ist derzeit nicht absehbar. Gleichzeitig wächst jedoch der politische und gesellschaftliche Druck, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Vor diesem Hintergrund gewinnen serielle, systemische und modulare Bauweisen zunehmend an Bedeutung. Betonfertigteile ermöglichen kurze Bauzeiten, hohe Kostensicherheit und industrielle Qualitätsstandards und können damit einen wesentlichen Beitrag zur Beschleunigung des Wohnungsbaus leisten. „Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum wird nur mit deutlich mehr Produktivität am Bau gelingen. Serielle und modulare Bauweisen sind ein zentraler Schlüssel, um schneller, wirtschaftlicher und verlässlicher zu bauen“, erklärt Branchenexperte Dr. Ulrich Lotz auf den 70. BetonTagen in Ulm.

Damit die vorhandenen Potenziale gehoben werden können, fordert die Betonfertigteilbranche vor allem verlässliche und langfristige Förderprogramme für den Wohnungsbau, eine stärkere Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand sowie die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Die Pressemitteilung finden Sie unter www.betontage.de