2. Deutscher Infrastrukturtag 2026

Kanal- und Tiefbau im Fokus moderner Entwicklungen

Eine zukunftsfähige Infrastruktur erfordert fundierte Planung, verlässliche Entscheidungsgrundlagen und den gezielten Einsatz innovativer Baustoffe sowie digitaler Methoden. Der 2. Deutsche Infrastrukturtag am 10. März 2026 auf den 70. BetonTagen in Ulm bietet hierfür eine zentrale Plattform für den Wissenstransfer und den Austausch zwischen Kommunen, Planung und Baupraxis. Die Veranstaltung wird mit dem Bundesfachverband Betonkanalsysteme e. V. durchgeführt.

Ein wichtiger Aspekt der kommunalen Klimaanpassung ist die Regen- und Niederschlagswasserbewirtschaftung. Prof. Dr.-Ing. Joachim Dettmar, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, zeigt, wie Bauwerke zur Rückhaltung, Behandlung und Steuerung von Niederschlagswasser sinnvoll geplant und in bestehende Entwässerungssysteme integriert werden können. Dabei stehen aktuelle technische Entwicklungen und zukunftsfähige Planungsansätze im Fokus.

Dr. Julia Zimmermann von der Strabag AG, befasst sich mit der Nachhaltigkeit im Straßen-, Tief- und Kanalbau. Lebenszyklusbetrachtungen, ressourceneffiziente Materialkreisläufe, innovative Baustoffe und klare Vergabekriterien spielen eine wesentliche Rolle, wenn ökologisches Handeln und wirtschaftlicher Erfolg im Infrastrukturbau Hand in Hand gehen sollen. In ihrem Beitrag beleuchtet sie aus der Sicht eines Bauunternehmens die aktuellen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf Bauprojekte – von den Vergabekriterien bis hin zu den technischen Grenzen neuer Verfahren.

Sebastian Rauscher, Heinrich Fees GmbH & Co. KG, beschäftigt sich mit Rezyklaten und bringt die Perspektive eines Recyclers in das Podium mit ein. Sein realistischer Überblick über die verfügbaren Mengen, Qualitätsanforderungen und Anwendungsgrenzen bietet eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Kommunen und Planende bei der Ausschreibung und Vergabe.

Dr. Daniela Kruse, Evonik Operations GmbH präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse zum Einsatz von „selbstheilendem“ Beton. Er wurde entwickelt, um die Langlebigkeit und Nachhaltigkeit von Betonbauwerken zu verbessern. Bei Rissen oder Poren im Beton, aktivieren sich durch mikrobiologische Prozesse Heilungszyklen, die die strukturelle Integrität wiederherstellen. Typische Anwendungsgebiete sind kritische Infrastrukturen wie Tunnel, Brücken oder Rohre, bei denen die Langlebigkeit und geringe Instandshaltungskosten entscheidend sind – Aspekte von wachsender Bedeutung angesichts der knappen kommunalen Haushalte.

Umweltingenieur Thomas Pohl, Umtec Technologie AG, berichtet anhand von Beispielen aus der Schweiz, wie sich Innovationen in der Betonherstellung und -anwendung auf die Klimabilanz des Baustoffes auswirken. Dabei geht er u. a. auf den Einsatz von Recyclingbeton, CO₂-begaste Betone und Betone mit Pflanzenkohle ein. Zudem stellt er die Ergebnisse einer Ökobilanzstudie zu Rohrwerkstoffen und zum offenen Grabenbau vor. Sie ordnet Beton und Stahlbeton im Vergleich zu alternativen Materialien hinsichtlich ihrer Umweltwirkung ein.

Abgerundet wird der Infrastrukturtag durch den Beitrag von Anna Carina Kocher, isl-Kocher GmbH. Sie demonstriert eine Software, mit der Kommunen und Planungsbüros mittels Schnellerfassung, automatisierter Modellierung und modellbasierter Leistungsverzeichnisse, trotz 2D-Ausgangsdaten, effiziente und durchgängige digitale Planungsprozesse im Kanalbau realisieren können.